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Freitag, 27. März 2020

Four Dead Queens von Astrid Scholte


Seitenzahl: 448
Verlag: Piper
Kindle eBook erschienen am 2. März 2020

Kurzbeschreibung: »Sei schnell und noch schneller wieder weg«, das ist das Motto von Keralie Corrington, Taschendiebin aus Quadara. Im Regierungsbezirk von Quadara stiehlt sie dem Boten Varin Erinnerungschips – ein begehrtes Gut auf dem Schwarzmarkt. Allerdings muss sie feststellen, dass es sich keinesfalls um leere Chips handelt: Unfreiwillig wird sie Zeugin, wie Quadaras vier regierende Königinnen ermordet werden. Keralie und Varin werden unfreiwillig zu Spielbällen einer weitreichenden Verschwörung. Zusammen versuchen sie, den Strippenziehern zu entkommen und deren Pläne zu vereiteln.

Meine Meinung: Bevor der Leser überhaupt in die Geschichte einsteigt werden die vier Quadranten, ihre Besonderheiten und Unterschiede und die 15 Regeln aufgezählt. Was schon mal einen guten Überblick liefert und gleichzeitig neugierig auf die Handlung macht. Jeder Quadrant wird durch eine Königin regiert. Auffällig ist, dass hier bewusst eine weibliche Dominanz herrscht. Auf das übliche Regierungssystem mit Männern an der Spitze und ihren männlichen Nachfolgern wird gänzlich verzichtet. Eine willkommene Abwechslung würde ich mal sagen. Mir kam es auch so vor, als ob die vier Königinnen sich meistens einigen konnten und ihre Herrschaft untereinander harmonisch verlief. Abgesehen von den privaten Geheimnissen der Frauen gab es zwischen ihnen keine Konkurrenz oder Zwietracht. 

Die Idee zu den Quadranten hat mich sofort überzeugt. Was noch viel interessanter war ist das Genre des Buches. Oder besser gesagt die Mischung aus mehreren Genres. Genau wie die vier Quadranten überwiegen ebenso vier Genre. Das Zusammenspiel aus History, Fantasy, Science Fiction und Krimi hat mir sehr gut gefallen. Die meisten Autoren vereinen zwei Genres schon immer ziemlich gut. Doch vier Genre, und dann auch noch in einem Einzelband, sind gar nicht mal so schlecht. 

Als ich die Kurzbeschreibung las, nahm ich an die Handlung wird hauptsächlich um Keralie und Varin gehen. Ausgeweitet wurde die Erzählweise schließlich mit mehreren Blickwinkeln. Neben Keralies Sicht kamen auch die vier Königinnen an die Reihe. Sogar der Mörder und das Motiv zu den Morden wurden nicht ausgelassen. Indem die Distanz zu den Königinnen überwunden wird und sie alle vorgestellt werden, lassen einen die Morde auch nicht kalt. Plötzlich sind das nicht nur vier herrschende Frauen. Sie alle haben ihre eigene Geschichte und Gefühle. Ihr plötzlicher Tod reißt sie viel zu früh aus dem Leben. 
Eingehen werde ich darauf nicht, aber nachvollziehbar war das Mordmotiv noch lange nicht. Wenn ich nicht spoilern würde, würde ich mich lange darüber aufregen können. 

Da das Hauptaugenmerk auf den Entwicklungen im Buch lag, war es gar nicht mal so wichtig für mich wie Keralie und Varin als Charakter so sind. Jedoch kommt Varin aus dem Quadranten, wo keine Gefühle erlaubt sind. In Eonia, dem Quadranten der für die Medizin und die Technologie zuständig ist, denken die Menschen logisch. Und wo die Logik vorherrscht, gibt es keinen Platz für Gefühle und Emotionen. Eine fast unmögliche Vorstellung. Und genau so ist es auch wenn das Herz anfängt zu übernehmen. Somit war Varin nur interessant wo es darum ging bestätigt zu werden. Nicht zu lieben wenn man nie verliebt war ist einfach. Doch wenn man einmal verliebt ist geht es ganz schnell. Keralie dagegen ist ein Charakter der sich innerhalb der Handlung verändert. Sie lernt nicht mehr nur für sich selbst zu leben, sondern sich auch für andere einzusetzen. Indem sie versucht den Mörder ausfindig zu machen wird sie ein besserer Mensch. 

Zum Schluss kann ich sagen auch wenn etwas mehr Spannung eingebracht werden könnte hat mir die Idee, die Umsetzung und die Handlung ziemlich gut gefallen. Vor allem der Genre-Mix, was für mich so noch neu war, kann sich sehen lassen. 

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

Mittwoch, 18. März 2020

Das Lied der Sonne von Jennifer Wolf


Seitenzahl: 402
Verlag: Impress
Kindle eBook erschienen am 5. März 2020

Kurzbeschreibung: Lanea liebt ihr Leben. Sie genießt es, jeden Morgen mit den Stammesmitgliedern am feinen Sandstrand die Sonne zu begrüßen und mit ihrer besten Freundin, der Häuptlingstochter, unbeschwert zu lachen. Doch von einem Tag auf den anderen ändert sich alles. Der zukünftige Großkönig des Reiches ruft zur Brautschau und Lanea soll als falsche Prinzessin an den Hof reisen. Ein Ort, an dem man ihr nicht nur mit Vorurteilen begegnet, sondern hinter jeder Ecke Intrigen und tödliche Verschwörungen lauern – und mittendrin Prinz Aaren, dessen sanftmütige braune Augen Laneas Herz bei jedem Blick zum Flattern bringen. Doch seine Liebe darf sie nicht für sich gewinnen…

Meine Meinung: Über die Bücher von Jennifer Wolf habe ich schon viel gutes gehört. Allein das steigert die Erwartungen. Auf meinem SUB befinden sich weitere ungelesene Bücher von ihr. Ich bin der Meinung, dass man nicht mit hohen Erwartungen beginnen sollte zu lesen. Es auf sich zukommen zu lassen wäre viel besser gewesen. Doch manchmal ist das einfach nicht zu verhindern. So war das für mich bei diesem Einzelband der Autorin der Fall. Ich habe schlicht und einfach zu viel erwartet. Die restlose Begeisterung setzte somit bei mir erst gar nicht ein. 

Die Kurzbeschreibung verrät genug vom Inhalt. Um nicht unnötig zu spoilern verrate ich nichts weiter zum Inhalt. Komme ich aber mal zum Genre Fantasy, in das dieses Buch eingeordnet wird. So wirklich herkömmlich ist der Fantasyanteil in diesem Buch nicht. Die Länder werden nach dem Prinzip der Monarchie regiert. Was auch als historisch zu bezeichnen wäre. Doch die Ländern existieren so in dieser Form nicht. Da sie freu erfunden ist und auch Laneas Volk die Sonne verehrt. Auch diese Tatsache könnte der Fantasy angehören. Dabei gibt es bestimmt auch Menschen auf der Welt, die sie Sonne anbeten. Wieso auch nicht. Jedenfalls habe ich in diesbezüglich doch schon mehr erwartet. Fantasy lese ich einfach zu gerne und hier kam ziemlich wenig frei erfundenen zustande. 

Lesen wir nicht sehr oft von Liebe die nicht sein darf? Auch hier trifft das auf die Protagonisten zu. Jedoch hat mir die Umsetzung ziemlich gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin lässt sich flüssig lesen. Was so ziemlich auf fast alle Impress-Autoren zutrifft. Trotzdem hat etwas gefehlt. Das Gelesene war mir zu wenig und ich konnte nicht ganz überzeugt werden. Ich vergebe für den Schreibstil, für eine durchgehend interessante Handlung und für die Umsetzung der Idee 3,5 Sterne. Gerade weil es sich um einen Einzelband handelt wurde alles aus der Handlung rausgeholt was es zu erzählen gab. Trotz allem gibt es noch Luft nach oben. Daraus geht für mich hervor, dass ich Fantasy mit Übernatürlichen Wesen und Magie bevorzuge. Alles dadrunter ist nicht interessant genug. Was eine Erkenntnis ist, zu der ich erst durch diesen Einzelband kam. 

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen 

Montag, 2. März 2020

Ein falscher Traum von Liebe von Christine Birkhoff


Seitenzahl: 445
Verlag: Bastei Lübbe
Kindle eBook erschienen am 20. Februar 2007

Kurzbeschreibung: Vom Vater fast totgeschlagen, von der Mutter verachtet und seelisch gequält: Die kleine Christine ist froh, als ihr neuer Stiefvater Jürgen sich als Erster und Einziger auf ihre Seite stellt. Vielleicht gibt es das doch noch: Familienglück.
Doch Jürgens Liebe ist nicht das, was sie zu sein scheint. Immer öfter will er mit Christine allein sein, und immer mehr isoliert er sie von ihren Freunden. Als er in seinem neuen Haus ein "Liebesnest" für sie einrichtet, beginnt eine Tortur für das Mädchen, aus deren Klauen sie sich erst zwanzig Jahre später befreien kann.

Meine Meinung: Vieles in diesem Buch habe ich einfach so in mich aufgenommen. Von der ersten bis zur letzten Seite schildert Christine ihre Erlebnisse. Aufgebaut ist dieses Buch ähnlich wie eine Biographie. Genau so nüchtern las ich auch. Zwischen dem Inhalt und mir als Leserin bestand durchgehend eine Mauer, die erst mit dem unten genannten zweiten Zitat durchbrochen wurde. Das auch am Ende der Schilderungen. Bis dahin las ich nur. Unfähig mitzufühlen. Ich finde es sowas von falsch zu urteilen. Das steht mir bei wahren Erlebnissen nicht zu. Vor allem nicht über ein Leben, das mit so viel Leid verbunden ist. Ich weiß nicht ob es daran lag, dass Christines Leben völlig fremd für mich ist oder einfach der Schreibstil nicht stimmte, aber das Geschriebene drang nicht zu mir durch. 

Die Suche nach Liebe. Was ist das überhaupt. Für jemanden wie mich der gar nicht weiß was es heißt von der eigenen Mutter gehasst zu werden, ist das schwer nachvollziehbar. So ziemlich unmöglich würde ich sagen. Christines Kindheit kann ich bei weitem nicht nachempfinden. Darüber hinaus kann ich in keinster Weise Verständnis für ihre Mutter aufbringen. Wie kann es eine Mutter über sich bringen ihre Tochter so sehr zu hassen, zu erniedrigen und zu misshandeln? Für mich ist das ein einziges Rätsel. So etwas dürfte gar nicht möglich sein. Über Jürgen will ich so wenig Worte wie möglich verlieren. Er ist ein ekelerregender Mann, der voll auf seine Kosten kam. Mit seinem Verhalten ähnelt er sicherlich vielen Männern auf der Welt. Egal ob gestern, heute oder morgen, solche wie ihn wird es immer geben. Ich wünschte solche Taten könnten verhindert werden. Ich weiß, einfach nur wünschen bringt rein gar nichts. Ohne ihre Oma hätte es Christine womöglich nicht überlebt. Denn dann hätte sie niemanden in ihrer Verwandschaft, der sie liebt.

Einblicke in das Leben von anderen ist immer etwas besonderes für mich. Meine Bewertung hat rein gar nichts mit dem Inhalt zu tun. Denn das kann und darf ich nicht bewerten. Für mich zählt der Schreibstil und auch meine eigenen Gefühle beim Lesen. Und da blieb dieses Buch eindeutig auf der Strecke.

Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternen

Seite 61: Durch ein Hobby verschafft man sich immer eine kleine Portion Lebensglück, die einem Kraft zum Weitermachen gibt.

Seite 231: Wenn du jetzt liegen bleibst, dann haben DIE gewonnen. Willst du das?

Freitag, 14. Februar 2020

Sinabell - Zeit der Magie von Jennifer Alice Jager


Seitenzahl: 180
Verlag: Impress
Kindle eBook erschienen am 7. Januar 2016

Kurzbeschreibung: Es ist nicht leicht, eine von fünf Königstöchtern zu sein und kurz vor der Heiratssaison zu stehen. Statt nach Ehemännern Ausschau zu halten, streift Sinabell lieber durch die verwinkelten Gänge des Familienschlosses und verliert sich in den magischen Welten ihrer Bücher. Bis sie auf einem Ball dem jungen Prinzen Farin begegnet, der mit seinem zerzausten Haar und den Grübchen ihr Herz erobert. Doch ihr Vater entlarvt ihn als Prinz aus einem verfeindeten Königreich und wirft ihn ins Verlies. Um Farin vor dem sicheren Tod zu bewahren, muss Sinabell ihm helfen drei Aufgaben zu lösen und erkennt dabei, dass Magie nicht nur in Büchern existiert. Plötzlich findet sie sich in einer Welt aus wütenden Drachen, hinterlistigen Feen und sagenumwobenen Einhörnern wieder…

Meine Meinung: Festgestellt habe ich, dass ich Einzelbände im Genre Fantasy jeglicher Art ziemlich unbefriedigend finde. Natürlich gibt es Ausnahmen. Ich als Leser empfinde das Gelesene als schlicht und einfach zu wenig. Fantasy ist ein Bereich, der beliebig weit ausgeweitet werden könnte. Es gibt keine Grenzen. Nur hier sind die begrenzten Seiten die größte Grenze überhaupt. Allein dass es sich um einen Einzelband handelt lässt der Fantasie eben keinen freuen Lauf. Sowohl die Welt der übernatürlichen Wesen, die Charaktere an sich oder auch deren Gefühlswelt müssen oberflächlich beschrieben werden. Es geht nicht anders. Und das reicht mir in diesem weitläufigen Genre nicht aus. 

Die Idee zur Geschichte ist wie bei so ziemlich jeden Impress eBook lesenswert und interessant. 180 Seiten bei einem Einzelband sind schon recht wenig. Wenn es dann auch der Fantasy angehört ist diese Seitenzahl zu wenig. Die Handlung hätte weiter ausgebaut werden müssen. Mir sagten die Ereignisse im Buch durchaus zu, aber mal ehrlich, so wirklich überzeugt wurde ich nicht. Nach einem einzigen kurzen Tanz auf einem Ball verlieben sich Sinabell und Farin ineinander. Sie kennen sich nicht, wechseln lediglich einige wenige Worte und sind sogleich bereit sogar so weit zu gehen ihr Leben füreinander zu opfern. Dabei haben sie so gut wie gar nichts miteinander erlebt. Was eigentlich schade ist. Einige Stellen hätten etwas ausführlicher beschrieben werden können. Das Ende war natürlich erst recht plötzlich. 

Mir ist selbstverständlich bewusst wie schnell das so mit dem Verlieben geht. Dafür muss man nicht unbedingt viel erlebt haben. Jedoch war mir das hier nicht genug. Oder ich kann mich auf solche oberflächlichen Geschichten nicht einlassen. Sicher bin ich nicht was nun der eigentliche Grund für meine Unzufriedenheit war, doch hat so einiges gefehlt. Somit empfehle ich dieses eBook eher denjenigen, die sich darauf einlassen können. 

Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen 

Donnerstag, 6. Februar 2020

Verfluchte Wünsche von Carina Mueller


Seitenzahl: 330
Verlag: Impress
Kindle eBook erschienen am 7. Januar 2016

Kurzbeschreibung: Annie passiert das, wovon nahezu jeder träumt. Von einem auf den anderen Tag gehen all ihre Wünsche sofort in Erfüllung. Na ja, fast alle. Dem unfreundlichen Businessman sein Akku leer wünschen? Check. Die perfekte Figur haben? Nope. Zu allem Überfluss taucht dann auch noch dieser Raik auf. Ein Bild von einem Mann, doch leider unerträglich fürsorglich. Klar ist es nett von ihm, dass er ihr helfen will, die nicht selten in Katastrophen endende Fähigkeit wieder loszuwerden. Doch Annie ist gar nicht mehr dazu bereit, ihre Macht zu verlieren. Bis der Fluch Überhand nimmt…

Meine Meinung: Da habe ich doch tatsächlich bisher auf diesem Blog lediglich eine Rezension zu einem Titel von Impress. Das auch noch zu einer Kurzgeschichte. Auch hieran ist klar zu sehen, dass ich die eBooks von Impress viel zu gerne lese. Denn das, was mir richtig gut gefällt versuche ich mir immer vorzuenthalten. Eine blöde Angewohnheit wenn es um Bücher geht. Was mir auch bewusst ist. Impress zeichnet sich meiner Meinung nach mit generell recht gelungenen Geschichten aus. Was mit diesem eBook ein weiteres Mal bestätigt wurde. 

Im Mittelpunkt der Handlung steht die 18 Jährige Annie. Gewöhnlich stehe ich Charakteren in Büchern neutral gegenüber. Doch Annie hat mich mit ihrer naiven Art anfangs einfach nur genervt. In der Schule wird sie zwar gemobbt, versucht dagegen aber auch nichts entgegenzubringen. Sie hofft einfach nur es würde besser werden, wenn sie nichts erwidert. Da dachte ich mir, ist sie sie sich wirklich so unwichtig? Diese Eigenart von ihr zog sich zum Glück nicht durch das ganze eBook. Nachdem sie im Zusammenhang mit ihrem Geburtstag von heute auf morgen die Gabe des Verfluchens besitzt ändert sich so einiges in ihrem Leben. Jetzt kann sie es Dennis, der ihr das Leben schwer gemacht hat, es mal so richtig heimzahlen. Und ja am Anfang klang ihr Vorhaben auch ziemlich plausibel. Schließlich konnte sie sich anderweitig nicht wehren. Der einzige Haken an der Sache war, die Kontrolle ihrer Gabe. Die anfänglichen Streiche ihrem Klassenkameraden gegenüber waren in Ordnung, doch war es eine Frage der Zeit bis jemand ernsthaft verletzt werden würde. Als es dann soweit kam meldete sich nicht mal Annies Gewissen zu Wort. Annie wurde gefährlich für die Menschen in ihrer Umgebung. 

Als Einzelband gefiel mir die Geschichte um Annie, ihre Gabe und schließlich ihre Resozialisation unter Gleichgesinnten ziemlich gut. Eine etwas ausgeweitetere Handlung und dazu hätten mehrere Bände geschrieben werden können. Dennoch fand ich diesen Weg viel besser. Bevor Annie gänzlich ihr Gewissen verlieren konnte, wurden ihr letztendlich die Augen geöffnet. Das fast zu einem viel zu hohen Preis. Vor allem Jugendliche können aus den Geschehnissen ziemlich fiel mitnehmen. Erzählt wurde von verschiedenen Blickwinkeln auf Situationen zu schauen und ob man überhaupt das Recht hat zu urteilen. Richtig und Falsch sind meistens nicht klar zu trennen. Zu letzt kommt da auch noch der Stellenwert der Familie hinzu. Es lohnt sich nicht sich untereinander zu kränken. Dafür ist das Leben zu kurz. 

Eine wirklich gelungene Idee mit einigen Schwächen. Obwohl ich ziemlich gut unterhalten wurde, gab es doch wenige Kritikpunkte. In einem Einzelband ist so manches nicht einfach umzusetzen. Hier waren es die Gefühle. Ich kann nicht sagen, dass es zu schnell ging, aber für die Bezeichnungen wie meine Frau oder mein Mann war es dann doch etwas zu überschwänglich. Zeit blieb auch nicht, aber es hätte einfach weggelassen werden können. Dieser Umstand dämpfte das Lesevergnügen etwas, aber dennoch war es eine recht gelungene Geschichte, die mir weitgehend gut gefallen hat. 

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

Donnerstag, 30. Januar 2020

Die verschenkte Tochter von Tinga Horny


Seitenzahl: 187
Verlag: Bastei Lübbe
Kindle eBook erschienen am 15. Mai 2015

Kurzbeschreibung: Dass Tinga Horny mit ihren schwarzen Haaren und den Mandelaugen nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist, sahen Außenstehende sofort. Nur sie selbst begreift das erst, als sie zufällig auf ihre Adoptionsunterlagen stößt. Da ist sie elf Jahre alt, und es gelingt ihr nicht, in ihrer Familie das Tabu ihrer wahren Herkunft zu durchbrechen. Erst als ihr Vater stirbt, wird Tinga klar, dass sie handeln muss, wenn sie ihre leiblichen Eltern noch kennenlernen will. Sie begibt sich auf die Suche und taucht tief ein in eine fremde Kultur, in der Mädchen nichts wert sind und die Familienehre wichtiger ist als das eigene Kind.

Meine Meinung: Vor dem Lesen konnte ich nicht umhin, mir Gedanken über den gewählten Titel zu machen. Konnte es wirklich sein, dass Tinga im wahrsten Sinne des Wortes verschenkt wurde? Der Gedanke ist bei mir mit Ablehnung verbunden. Kinder verschenkt man nicht so einfach. Aber natürlich wurde der Titel passend gewählt. Erst recht wenn ich an die letzten gelesenen Seiten denke. Menschen aus anderen Kulturen können durchaus aus Lust und Laune ihr eigenes Fleisch und Blut verschenken. 

Unterteilt wird das Buch in den ersten Teil, wo es zunächst darum ging Tingas Leben bei ihren Adoptiveltern zu beschreiben. Einen großen Teil nimmt da ihre Kindheit ein, mit all ihren Schwierigkeiten. Denn um die 1960 war es nicht normal als adoptierte Chinesin unter Deutschen aufzuwachsen. Und das ließen Tinga die Menschen in ihrer Umgebung deutlich spüren. Natürlich blieben ihr unangenehme Fragen nicht erspart. Vor allem in der Schule wurde Mobbing zu ihrem Alltag. Heutzutage kann ich mir das fast nicht vorstellen allein wegen der Herkunft solchen Blicken ausgesetzt zu werden. In der heuitigen Gesellschaft ist das Zusammenleben mit den verschiedensten Kulturen gar nicht mehr wegzudenken. Wie sehr sich innerhalb der vergangenen Jahre die deutsche Gesellschaft doch gewandelt hat. Und das meiner Meinung nach zum Positiven.

Obwohl ich all diese Erlebnisse von Tinga als wichtig erachte und sie selbstverständlich eingebracht werden mussten, wurde es mir nach einer Zeit doch etwas zu viel. In der ersten Hälfte wurde zu oft erwähnt, dass sie häufig gefragt wurde, wie sie denn so gut Deutsch spräche. Zum Glück ging es dann ab der Mitte eher um die eigentliche Suche nach ihren leiblichen Eltern. Dennoch hätte man das etwas weniger erwähnen können.

Die zweite Hälfte gestaltete sich für mich um einiges interessanter. Die Recherchen wurde ohne um den heißen Brei zu reden hintereinander weg geschildert. Ich habe durch Tingas Erfahrungen viel neues lernen dürfen. Zunächst wäre da die Ansicht der Chinesen auf das Geschlecht ihrer Nachkommen und das insbesondere auf Mädchen. Mir war bisher gar nicht bewusst wie wertlos Mädchen für die Chinesen sind. Ich war ziemlich erstaunt, dass ich noch nie über die Geschlechterungleichheit bei ihnen gehört hatte. Zu mir kam das bisher einfach nicht durch. Und ja in Tingas Fall war es auch ihr Geschlecht der ihre leibliche Eltern ohne zu zögern handeln lies. Die Einzelheiten waren wirklich interessant zu lesen. Wieder kann ich nur sagen, bei wahren Geschichten steht es Lesern einfach nicht zu zu urteilen. Verstehen kann ich zwar weswegen Tinga das Bedürfnis hatte die Suche nach ihren biologischen Eltern aufzunehmen, jedoch war mir so einiges von vornherein klar. 

Was konnte man schon von Menschen erwarten, die ein Kind bereit sind zu verschenken? Für mich war klar, egal was dabei rauskommt, ihre Beweggründe werden mich nicht zufriedenstellen. Bestätigt wurde ich letztendlich auch. So ist es für mich eindeutig, dass Blut noch lange nicht ausreicht zu binden. 

Neben Tingas Erlebnissen, ihrer Suche und dem Ausgang nehme ich noch etwas ganz anderes mit aus diesem Buch. Erwähnt wurde eine jüdische Dame. Ihre Antwort auf Tingas Frage, weswegen sie nach all dem was den Juden angetan wurde zurückgekehrt ist, hat mich tief berührt. Das werde ich sicherlich lange nicht vergessen. Die Nazizeit ist nach wie vor unheimlich interessant für mich. Die Selbstverständlichkeit in der Antwort der Frau hat mich somit ziemlich überzeugt. 

Wahre Geschichten und Erfahrungen lese ich ab und zu echt gerne. Dabei fällt es mir immer noch recht schwer eine Bewertung abzugeben. Mir erscheint es immer wieder nicht richtig, aber da kann man nichts machen. Der erste Teil war mit den Wiederholungen etwas schwer für mich. Die zweite Hälfte war aber umso interessanter. Meine Bewertung ist somit der Durchschnitt. Wie bisher bei jedem gelesenen Buch kann ich auch dieses nur wärmstens empfehlen. Dabei ist der Schreibstil in diesem Genre eher unwichtig. Zumindest stehen andere Faktoren im Vordergrund. Einblicke in Erlebnisse von mir fremden Menschen kann ich mir nicht entgehen lassen. 

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

Samstag, 18. Januar 2020

Eloises Hingabe von Kat Marcuse


Seitenzahl: 223
Verlag: Plaisir d'Amour
Taschenbuch erschienen November 2012 

Kurzbeschreibung: Als die Sekretärin und Hobbyautorin Eloise dem Unternehmer Victor Lazar begegnet, traut sie ihren Augen kaum: Victor ist das Ebenbild ihres Romanhelden Lucian, der Figur ihrer erotischen Fantasien.
Bald weiß Eloise nicht mehr, wo ihr der Kopf steht, bis sie begreift, dass Victor ihr Buch kennt und sie bewusst mit ihren heimlichen Wünschen konfrontiert. Ihrem Temperament erlegen stößt sie ihn wütend von sich. Zwischen Enttäuschung und Verlangen hin und her gerissen, hält sie ihn über Wochen auf Distanz, was ihr dummes Herz nicht daran hindert, sich dennoch in den Mann zu verlieben.
Da unterbreitet Victor ihr ein Angebot: vier Tage als seine Sklavin in seiner Welt.
Eloise willigt ein, eine Woche in London zu verbringen und ihn als ihren absoluten Herrn zu akzeptieren.

Meine Meinung: Wenn schon das letzte Buch, dass ich las, eins von Kat Marcuse war, dann sollte auch das erste nach monatelanger Lesepause eins von ihr sein. Wie ich es mir auch vorgenommen habe kam es dann auch. 

Ich bin froh "Eloises Hingabe" erst als zweites gelesen zu haben. Das Buch wurde vor "Lynettes Erwachen" geschrieben und das habe ich beim Lesen auch rauslesen können. Die Autorin hat sich innerhalb einem Jahr enorm gebessert. Ihr Schreibstil kann sich sehen lassen. Die Steigerung zum Positiven hat mich zwar gefreut, aber beim Lesen hat mir dieses Feststellung nicht unbedingt viel gebracht. Mitgerissen hat mich das Geschriebene lange nicht. Das gewisse Etwas, was ich vorher gelobt hatte war hier nicht annähernd vorhanden. Es mangelte an den gewählten Ausdrücken und auch an der Handlung an sich. Im Nachhinein komme ich nicht darüber hinweg, dass es sich immer wieder um das selbe dreht. Eine unerfahrene Frau trifft auf einen erfahrenen Meister, der sie in seine Welt einführt. Schön und gut, aber nach einer Zeit häuft sich das Ganze und es wird zu gewöhnlich. Mir fehlen abwechslungsreiche Geschehnisse. 

Jetzt könnte man danach fragen was denn bei "Lynettes Erwachen" anders war. Stimmt im Grunde nicht viel. Dennoch war die Wortwahl ausschlaggebend. Hier dagegen ist meiner Ansicht nach nicht mal von einer guten erotischen Lektüre die Rede. Für mich wird hier gerade mal über eine mittelmäßige Geschichte geschrieben. Jedes Kapitel war erfüllt von lauter erotischen Szenen. Doch keine einzige drang zu mir durch. Auf diese Weise macht Lesen wirklich keinen Spaß. Trotzdem vermute ich, dass Kat Marcuse Bücher ab 2013 meinen Geschmack treffen werden. Die Erfahrung habe ich ja bereits mit ihr gemacht. Somit kann ich meinerseits zumindest dieses Buch von ihr nicht weiterempfehlen und werde in Zukunft bei ihren Büchern erst auf den Erscheinungstermin achten. 

Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen 

Mittwoch, 17. Juli 2019

Lynettes Erwachen von Kat Marcuse


Seitenzahl: 276
Verlag: Plaisir d'Amour
Taschenbuch erschienen am 13. November 2013

Kurzbeschreibung: Lynette ist Rechtsanwältin, ehrgeizig und unnahbar. Die Trennung ihrer Eltern und der offenkundige Hass ihrer Mutter ihr gegenüber haben sie traumatisiert. Liebe und Zärtlichkeit haben in ihrem Leben keinen Platz.
Da tritt der attraktive und äußerst hartnäckige Geschäftsmann Elias Drake in ihr Leben.
Schnell bekommt ihre steinerne Fassade Risse und bricht unwiederbringlich zusammen.
Elias entführt sie in eine Welt der Leidenschaft und Dominanz. Berauscht entdeckt Lynette Seiten in sich, die sie nie für möglich gehalten hätte. Doch ihre Vergangenheit schleicht sich immer wieder in ihr Bewusstsein und verhindert Lynettes totale Hingabe.

Meine Meinung: Ob ihr das Gefühl kennt weiß ich nicht, aber für mich war von vornherein klar: Kat Marcuse wird mich mit ihrem Schreibstil ganz für sich einnehmen. Mir war, ohne auch nur ein einziges Buch von ihr gelesen zu haben, bewusst, ihre erotischen Romane entsprechen genau meinen Erwartungen. Diese innere Sicherheit setzt zwar selten bei mir ein, doch umso besser ist es bestätigt zu werden. Kat Marcuse bringt nicht nur pure Erotik aufs Blatt, ihre Szenen strahlen Lust in ihrer reinsten Form aus. Zusammen mit Linda Mignani kommt sie meiner Meinung nach an erster Stelle unter den Erotik-Autorinnen. 

Je intensiver Lynette mit Elias ihre Lust auslebt, desto berauschender werden die Szenen. Die Eindrücke und die verschiedensten sexuellen Erfahrungen, sie sie erlebt, werden fantastisch erzählt. Ein nahezu perfektes Leseerlebnis. Am liebsten würde ich ein Buch nach dem anderen von der Autorin lesen. 

Von Plaisir d'Amour lese ich eindeutig zu wenig. Ich weiß zwar nicht weswegen, aber daran muss sich etwas ändern. Wenn auch nicht immer, aber dennoch meistens werden meine Erwartungen vollsten erfüllt. Was dieses Buch anbelangt gibt es von mir eine klare Leseempfehlung. Es lohnt sich Lynette bei der Erforschung ihrer Lust zu begleiten. 

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternen 

Freitag, 28. Juni 2019

Die Saat von Fran Ray


Seitenzahl: 508
Verlag: Bastei Lübbe
Taschenbuch erschienen am 28. August 2010

Kurzbeschreibung: In einem Labor der Pariser Universität wird die grausam zugerichtete Leiche des Wissenschaftlers Dr. Frost gefunden. An der Wand eine blutige Botschaft, die den Verdacht auf militante Umweltschützer lenkt. Am selben Tag findet der Schriftsteller Ethan Harris die Leiche seiner Frau. Sylvie hat sich das Leben genommen. Als wenig später die Polizei vor Harris’ Tür steht und ihm merkwürdige Fragen zu einem gewissen Dr. Frost stellt, wird Ethan skeptisch. Was hat der Tod seiner Frau mit dem Wissenschaftler und was hat der Agrarkonzern Edenvalley, für den Frost vor Kurzem noch gearbeitet hat, mit der Sache zu tun? Die gefährliche Suche nach der Wahrheit führt über Genf und Norwegen nach Uganda, wo sich langsam eine unheimliche Krankheit ausbreitet …

Meine Meinung: Genmanipulierte Lebensmittel. Ein brandaktuelles Thema, was die heutige Gesellschaft direkt betrifft. Es ist so aktuell, dass es uns jederzeit treffen könnte. Genau so wie im Buch könnte es sich abspielen. Wenn nicht sogar extremer. Näher informiert habe ich mich zwar nicht, aber schon jetzt sind Bedenken vorhanden. Eine in naher Zukunft eskalierende Situation in diesem Sinne ist gar nicht mal abwegig. 

Im Buch wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt. Die Personen befinden sich in den verschiedensten Ländern und haben einen Bezug zu den Geschehnissen. Dabei haben die verschiedenen Blickwinkel teilweise bis zum Ende keine Schnittstelle. Die gewählte Erzählperspektive fand ich genau richtig. Die Frage, was denn nun diese Person mit den Ereignissen zu tun hat, bleibt im Hinterkopf immer bestehen. Mit mal kurzen und mal längeren Kapiteln fand man sich gut in der Geschichte zurecht. 

Dennoch hat mir trotz interessanter Thematik eindeutig die Spannung gefehlt. Was ist schon ein Thriller ohne die sich aufbauende Spannung. Aus der Handlung hätte die Autorin viel mehr rausholen können. Die Grundsteine waren dafür gelegt. Das vorhandene Potenzial wurde ungenügend genutzt. Schade, dass ich nicht gefesselt werden konnte. Vor allem bei einem Thema, das mich wirklich interessiert. Das wäre auch so ziemlich der einzige Grund weswegen ich das Buch überhaupt empfehlen würde. Abgesehen von der gewählten Thematik gab es nichts was lesenswert gewesen wäre. 

Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternen 

Samstag, 22. Juni 2019

Imago - Dunkler Hass von Matthias Bürgel


Seitenzahl: 284
Verlag: be eBooks
Kindle eBook erschienen am 01. Juni 2019

Kurzbeschreibung: Am Bodensee verschleppt und tötet ein Serienkiller junge Frauen, die er auch noch grauenvoll verstümmelt. Und die Polizei tappt im Dunkeln. Der leitende Ermittler, Marius Bannert, wendet sich hilfesuchend an den Fallanalytiker Falk Hagedorn, der nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Eigentlich will dieser von der Welt nichts mehr wissen - und von der Polizei noch viel weniger. Aber der Fall reizt ihn und er lässt sich von Bannert zur Mithilfe überreden. Über die Opfer gelingt es den beiden Kriminalisten nach und nach, die Psyche des Täters zu analysieren und die Motivation seiner Taten zu erahnen. Doch dann verschwindet plötzlich Hagedorns Tochter ...

Meine Meinung: Vor allem bei Krimis gibt es immer viel zur Auflösung des Falles loszuwerden. Nur will ich natürlich nichts vorwegnehmen. Da verginge ja die Spannung, bevor sie sich überhaupt aufgebaut hat. 

Nachdem ich bereits zwei eBooks vom Verlag lesen durfte habe ich mir dieses Mal ein Buch aus einem anderen Genre ausgesucht. Ich wollte mal sehen was sie im Bereich der Krimis so zu bieten haben. Obwohl ich ziemlich wählerisch bin und mir unter den Krimis nicht viel gefällt, konnte ich überzeugt werden. Der Autor schreibt über zwei Hauptcharaktere, über die man bereit ist sofort mehr zu lesen. Insbesondere Hagedorn, der im Rollstuhl sitzende Fallanalytiker, hat mich für sich einnehmen können. Mit seiner selbstbewussten Art, trotz Beeinträchtigung, lässt er sich nicht runterziehen. Er ist nun mal ein interessanter Charakter. 

Anfangs war ich nicht sonderlich angetan von der Handlung. Die Leichenfunde und die Kontaktaufnahme zu Hagedorn waren unspektakulär. Aufgebaut hat sich die Spannung als Hagedorns Tochter ins Spiel kam. Gleichzeitig setzte die Sorge um die junge Frau ein, die unweigerlich in die Hände des Täters fallen würde. Ab diesem Zeitpunkt steigert sich die Spannung dann auch bis zum Ende. 

Festgestallt habe ich nach dem Lesen, wenn die Kindheit des Täters ganz anders abgelaufen wäre, wäre er womöglich nicht zu diesem Menschen geworden. Ich weiß nicht weswegen die Menschen an ihren Überzeugungen festhalten aber Akzeptanz und Toleranz hätten so einiges verändert. Auch wenn ich es keinesfalls als Rechtfertigung ansehe finde ich es nach wie vor wichtig zu erfahren, was die Täter zu solch brutalen Straftaten treibt. Bücher sind nicht nur lauter geschriebene Wörter. Aus ihnen kann man immer etwas lernen. Was auch hier der Fall ist. 

Letztendlich würde ich gerne mehr vom Autor lesen wollen. Anzeichen für einen zweiten Band gab es nicht. So nehme ich an, dass es sich hierbei um einen Einzelband handelt. Eigentlich ziemlich schade. Auch wenn mich der anfängliche kurz und bündige, fast schon abgehackte, Schreibstil etwas irritiert hat gewöhnte ich mich schnell dran. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

Montag, 17. Juni 2019

Nie wieder Blondinen von Michaela Grünig


Seitenzahl: 296
Verlag: Feelings
Kindle eBook erschienen am 16. März 2016

Kurzbeschreibung: Vreni Tschannen ist ziemlich rüde aus ihrem kuscheligen Leben inmitten der Zürcher Schickeria gestoßen worden. Nun muss sie, statt bei Pilates, Yoga und Co. ihren Körper zu perfektionieren, wieder in ihrem Job als Kunstlehrerin arbeiten. Und schuld daran ist eine Blondine. Genauer gesagt die russische Swetlana, die sich Vrenis Ehemann Olaf unter die blutrot lackierten Nägel gerissen hat. Zu allem Überfluss ergattert Vreni noch nicht einmal einen Job im mondänen Zürich, sondern in einem Internat im provinziellen Berner Oberland. Ausgerechnet in der Nähe des Dorfs, in dem der schöne Urs ihr das Herz vor einigen Jahren so gründlich gebrochen hat, dass sie daraufhin in die Großstadt auswandert ist. Dorthin will sie auch schnellstmöglich zurückkehren, weshalb die einzigen beiden Single-Männer in ihrem neuen Kollegium, der attraktive Assistenz-Lehrer Kai und der charismatische Schauspielcoach Frank selbstverständlich nicht in die engere Auswahl als Liebesersatz kommen! Oder doch? Leider entwickelt sich dann alles etwas anders als geplant: Vreni stolpert beim Figur-optimierenden Joggen im Wald, ausgerechnet über eine tote Blondine und steht plötzlich im Mittelpunkt einer Morduntersuchung. Ob Hauptmann Perreten den Fall lösen kann, ist dabei mehr als fraglich. Nein, da muss Vreni schon selbst ermitteln.

Meine Meinung: Michaela Grünig ist mir als Autorin nicht unbekannt. Einige eBooks durfte ich bereits von ihr lesen. Obwohl "Nie wieder Blondinen" schon lange Zeit auf meinem SUB liegt, war ich mir sicher, hier erwartet mich wieder eine sehr gute Geschichte. Was dann auch bestätigt wurde. 

Bisher gelesene Bücher der Autorin waren recht humorvoll von der lockeren und leichten Sorte. Das Cover hier verleitet zu einer ähnlichen Annahme. Wäre eine ganz andere Gestaltung für das Cover gewählt worden, wäre es mit Sicherheit nicht irreführend gewesen. Beim Lesen merkt man aber sehr schnell, schließlich geht es um einen Mord auf einem Internat, dass es sich hierbei um keine leichte Kost kandelt. Die Beschreibung Liebesgeschichte mit Krimianteil trifft da doch viel eher zu. Wobei ich auch diese Beschreibung kurzum umdrehen würde. Krimi mit Liebesgeschichtenanteil passt hervorragend. Vrenis Liebesleben spielt zwar eine große Rolle aber im Vordergrund steht der Mordfall. 

Das Buch ließ sich, wie von früher gewohnt, flüssig lesen. Wie immer weiß die Autorin zu gut wie man an Geschichten bindet. Als Leser bleibt man durchgehend dran am Geschehen. Besonders am Ende ist eine Frage besonders wichtig. Die Frage nach Gerechtigkeit, die sich ganz nach vorne rückte, beschäftigte mich sehr. Ist Mord in manchen Fällen nicht sogar gerechtfertigt? Ein recht schmaler Grad wie ich finde. Michaela Grünig stellt einen nachvollziehbaren Verlauf für die Gründe des Täters dar. Und ja, in manchen Fällen sind Morde tatsächlich gerechtfertigt. Zumindest hat das Opfer möglicherweise den Tod verdient. Das falsche Verhalten der Lehrerin wird zwar geschildert, jedoch hat der Leser nicht die Gelegenheit selbst darüber zu lesen. Was ich durchaus bevorzugt hätte. 

Trotzdem hat mich das Ende ziemlich überrascht. In Krimis ist der Leser an bestimmte Handlungsstränge gewöhnt. Doch genau das wird einem hier nicht geboten. Was auch mal etwas anderes ist. Mir hat Vrenis Geschichte rundum sehr gut gefallen. Schon jetzt freue ich mich auf mehr Bücher der Autorin. 

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

Dem Leben so nah von Teresa Wagenbach


Seitenzahl: 303
Verlag: Forever
Kindle eBook erschienen am 17. Juni 2016

Kurzbeschreibung: Annabel hat bei einem Autounfall ihren kleinen Bruder und ihre Eltern verloren. Seitdem versucht sie, mit dem Verlust zu leben. Doch der Wunsch, wieder mit ihrer Familie vereint zu sein, ist übermächtig. In ihrer Verzweiflung beschließt die junge Frau, ihrem Leben ein Ende zu setzen und stürzt sich von einer Klippe. Doch ihr Selbstmordversuch misslingt: Sie erwacht im Krankenhaus, wo ihr ein fremder Mann seine Hilfe anbietet. Der Pfleger Lukas ist fasziniert von der schönen Unbekannten und möchte ihr helfen. Doch kann ein Fremder Annabel ihren Lebenswillen zurückgeben? Als sie zum Schutz vor sich selbst bei Lukas und seiner Familie einzieht, wird schnell klar, dass auch Lukas' Welt nicht so perfekt ist, wie es von außen scheint. Und dass er Annabel wohl genauso dringend braucht wie sie ihn … Eine ganz besondere Liebesgeschichte!

Meine Meinung: Annabel ist dem Leben nah, aber doch so fern. Lukas bringt ihr das Leben, den Wunsch zu leben in greifbare Nähe. Er ist ein wundervoller junger Mann. Seine Schwester Karen, die weder gehen noch reden kann, liebt er über alles. Ebenso seine Mutter, die lediglich noch zum Überleben fähig ist, gibt er in keinster Weise auf. Verantwortung hat er mehr als genug, aber auch Annabel nimmt er bereitwillig auf. Für sie ist er ein Fels in der Brandung und ohne ihn hätte sie mit Sicherheit einen zweiten Selbstmordversuch gewagt. 

Lukas und Annabels Geschichte ist nicht als gewöhnlich zu bezeichnen. Sie erzählt von aufkeimender Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft. Der Vergangenheit oder aber auch geliebten Menschen nachzutrauern, ermöglicht es nicht in der Gegenwart zu leben. 

Das eBook an sich hat mir gut gefallen. Die Rückblicke bezüglich der Vergangenheit von Lukas und Annabel könnten sogar länger gewesen sein als die eigentliche Geschichte. Auf Dauer hat mich das etwas gestört. Rückblicke an sich sind immer gut. Jedoch sollten sie nicht zu viel Platz einnehmen wie es hier der Fall war. Trotzdem wurden die aufkeimenden Gefühle der beiden Protagonisten erfolgreich erzählt. Abgesehen  von diesem kleinen Kritikpunkt habe ich auch nichts auszusetzen. Außer dass ich mich zwar ziemlich gut in der Geschichte zurechtfand, aber dennoch nicht zu sehr gefesselt wurde. Es war einfach eine gute Geschichte und darüber hinaus gibt es dem nichts weiter hinzuzufügen. 

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen 

Dienstag, 28. Mai 2019

Zimmer 702 von Paloma Ainsa


Seitenzahl: 365
Verlag: Amazon Crossing
Kindle eBook erschienen am 28. Juli 2015

Kurzbeschreibung: Emmas Leben verläuft seit langem ohne besondere Aufregungen: Sie arbeitet als Buchhalterin in ihrer Heimatstadt Valencia und ihr Bekanntenkreis beschränkt sich auf vier Freunde sowie ihre ein wenig kontrollsüchtige Mutter.
Als Emma jedoch zufällig in einer Bar den britischen Schauspieler John trifft, gerät ihr eintöniges Leben schlagartig aus der Bahn. Obwohl die beiden in zwei grundverschiedenen Welten leben, fühlen sie sich spontan zueinander hingezogen. Johns Sinn für Humor und Emmas zurückhaltende Persönlichkeit verwandeln den Abend in einen spielerischen Flirt, der in einer unvergesslichen Nacht in der Hotelsuite 702 gipfelt.
Doch was in diesem Zimmer geschieht, wird das Leben der beiden für immer verändern.

Meine Meinung: Ich könnte mich dafür Ohrfeigen, dass ich jahrelang dieses eBook ungelesen gelassen habe. Viel früher hätte ich mich dazu durchdringen müssen, denn mir ist eine unglaublich gute Geschichte entgangen. Nicht nur das, mir ist die romantischste Liebeserklärung aller Zeiten entgangen. Ich konnte es einfach nicht abwarten bis der neue Tag anbrach, damit ich weiterlesen konnte. Wenn ich Zeit hätte, wäre diese Geschichte in einem Rutsch durchgelesen worden. Ich habe es einfach geliebt.

Viel von der Handlung will ich auch gar nicht verraten. Das was in der Kurzbeschreibung steht ist genau richtig. Alles andere sollte selbst gelesen werden. Ich nehme mal an jeder weiß was es heißt zu den Fans eines Schauspielers zu gehören. Wenn auch noch ein wenig Schwärmerei hinzukommt ist es um einen geschehen. Diesen Standpunkt ihrer Freundinnen kann Emma nicht vertreten. Allein einem Filmstar zu begegnen kommt nicht jeden Tag vor. Aber diese Seltenheit erlebt Emma hautnah mit. Dabei geht sie sogar noch weiter und erlebt mit John eine unvergessliche Nacht. Das klingt viel zu oberflächlich, was es ganz und gar nicht ist. Die Intensität der Gefühle zwischen ihnen kommen dem Leser ganz selbstverständlich entgegen. Hierbei geht es nicht um einen nichtsbedeutenden One Night Stand. Hier geht es um viel mehr.

Jede einzelne Zeile in diesem eBook habe ich in mich hineingezogen. Genau wie Emma habe ich hoffnungsvoll auf den Tag gewartet an dem sich alles zum Besseren wendet und sie mit John zusammenkommt. Manchmal war ihr Wunsch mit tiefer Niedergeschlagenheit verbunden, dass ich dachte hier gibt es kein Happy End. Mit gemischten Gefühlen habe ich weitergelesen und dabei meine Umwelt völlig vergessen. Emmas Geschichte hat mich mitgerissen. So sehr, dass ich diese Liebesgeschichte immer in Erinnerung behalten will. Wenn ich könnte würde ich alle Einzelheiten für mich behalten.

Meine inneren aufgestauten Gefühle kamen durch Tränen zum Ausdruck und das an zwei Stellen im Buch. Die Rückkehr von Emma aus Island war echt hart für mich zu Lesen. In dem Moment hätte ich sie gerne fest umarmt und ihr gesagt alles wird gut du schaffst das. Die Anspannung ließ da noch lange nicht nach. Der schwerste Teil begann sogar noch. Umso besser fand ich das einmalige Ende. Etwas so schönes habe ich lange nicht gelesen. Wozu sich John da entschied ist für einen so erfolgreichen Schauspieler wie ihn unglaublich. Vielleicht kommt es einem auch deswegen so besonders vor. Jedenfalls konnte ich mich da nicht bremsen und die Tränen flossen von sich aus.

Herkömmliche Liebesgeschichten waren noch nie was für mich. Sie erschienen mir immer so normal und ich fand in ihnen nie das, was ich lesen wollte. Emma und Johns Geschichte hebt sich dagegen klar hervor. Ihre Geschichte zählt für mich zu den besten. 365 Seiten waren mir da entschieden zu wenig. Es hätte länger andauern können. 

Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Donnerstag, 2. Mai 2019

Jeden Tag ein Wort von dir von Cheyanne Young


Seitenzahl: 304
Verlag: HarperCollins ya
Kinde eBook erschienen am 02. Mai 2019

Kurzbeschreibung: Sasha ist gestorben, aber sie hat ihre beste Freundin nicht im Stich gelassen. Fast jeden Tag erhält Rocki eine Botschaft. Sie soll Sashas leiblichem Bruder Elijah erzählen, wer seine Schwester gewesen ist. Dafür hat Sasha einen Bootsauflug organisiert, einen DVD-Marathon mit ihren Lieblingsfilmen, ein Rollenspiel und einen Konzertbesuch. Nur eines hat sie nicht vorhergesehen: dass Rocki sich in Elijah verliebt.

Meine Meinung: "Der Krebs ließ sich Zeit mit Sasha Cades Tod" Das ist der erste Satz des Prologes, den ich vor dem eigentlichen Lesen flüchtig las und der mich einfach nicht mehr losließ. Ich wusste hier erwartet mich eine zutiefst tragische Geschichte. Die ersten Tränen flossen dementsprechend unmittelbar nach dem Prolog. Vor allem der erste Abschnitt des Buches hat mich unheimlich traurig gestimmt. Es klingt vielleicht unbedeutend, aber als Sasha den Wecker stellt, um pünktlich geweckt zu werden und ihren Vater zur Arbeit zu verabschieden hat mir das den Rest gegeben. Das könnte ihr letzter Morgen sein und da wollte sie es nicht versäumen ihren Vater ein letztes Mal gesehen zu haben. Das tat mi beim Lesen im Herzen weh. Dabei ist sie so jung, so unschuldig um gegen Krebs zu verlieren. 

Im Buch geh es jedoch darum, wie Sasha ihrer besten Freundin mithilfe von Videos, Briefen und E-Mails Lebensfreude nach ihrem Tod schenkt. Das Leben geht auch nach dem Verlusten von geliebten Menschen und Trauer weiter. Sasha will nicht dass ihre Liebsten das Leben aufgeben. Im Gegensatz sollen sie sich reinhängen und was aus ihrer Zukunft machen. So bringt sie ihre beste Freundin Raquel und ihren Bruder Elijah zusammen. Gemeinsam erfüllen sie Sasha ihren letzten Wünsche und durchleben all die prägenden Ereignisse in ihrem kurzen Leben ein zweites Mal. 

Indem Sasha ihrer besten Freundin ihren Bruder zur Seite gibt schenkt sie ihr nicht nur einen Grund weiterzumachen, sondern auch beiden die Liebe. Raquel und Elijahs Geschichte hat mir in diesem Sinne sehr gut gefallen. Das Schicksal hätte sie vielleicht nicht zusammengebracht, doch das übernimmt dagegen Sasha. Alle Entwicklungen im Buch waren ohne Ausnahme nachvollziehbar und ich habe mich somit mittendrin gefühlt. 

Im Nachhinein kann ich sagen, ich bin mehr als nur froh diese Geschichte gelesen zu haben. Es war eine einzig große Bereicherung mitten aus dem Leben. Und ja bedauerlicherweise könnte Sashas Schicksal jeden treffen. Krebs fragt nicht nach dem Alter. Im Buch wurde Krebs als eine Krankheit dargestellt, die selbst ums überleben kämpft und dadurch den betroffenen Menschen tötet. Genau so ist es. Auch der Krebs kämpft lediglich ums Überleben. Das ist die bittere Wahrheit. 

Ich werde Sasha nicht so einfach vergessen. Statt sch ihrem Schicksal hinzugeben, sich geschlagen zu geben denkt sie mehr an ihre Eltern, ihre beste Freundin und ihren Bruder, um es ihnen nach ihrem Tod leichter zu machen Ihre innere Stärke hat mich beeindruckt. Sie war eine sehr starke junge Frau und gehörte zu denen, die viel mehr vertreten werden sollten. 

Das eBook hat mich vom ersten Satz an für sich einnehmen können. Schrieb die Autorin von Gänsehaut oder aufsteigenden Tränen übertrug sich das automatisch auf mich. Cheyanne Young hat einen Schreibstil der sich bis ins Herz vorarbeiten kann und man wie von selbst mitfühlt. Für mich gehört "Jeden Tag ein Wort von dir" zu den Jugendbüchern, die unbedingt gelesen werden müssen. Das traumhaft schöne Cover hat mich noch vor der Kurzbeschreibung zum Lesen animiert. Ich habe es augenblicklich geliebt und bin umso glücklicher auch von der Handlung nicht enttäuscht worden zu sein. Nicht immer bedeutet ein gut gestaltetes Cover auch eine gut geschriebene Handlung. Hier bekommt man genau das was einem versprochen wird. 

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternen 

Samstag, 27. April 2019

Plötzlich Banshee von Nina MacKey


Seitenzahl: 400
Verlag: ivi
Kindle eBook erschienen am 01. September 2016

Kurzbeschreibung: Alana ist eine Banshee, eine Todesfee der irischen Mythologie. Sie sieht über dem Kopf jedes Menschen eine rückwärts laufende Uhr, die in roten Ziffern die noch verbleibenden Monate, Tage, Stunden und Minuten seiner Lebenszeit anzeigt. Da Banshees in dem Ruf stehen, Unglück zu bringen, bleibt sie lieber für sich. Allerdings gestaltet sich das gar nicht so einfach, denn Alana kreischt automatisch in bester Banshee-Manier wie eine Sirene los, wenn ihr ein Mensch begegnet, der in den nächsten Tagen sterben wird. Doch dann tauchen in Santa Fe mehrere Leichen auf, die Alana ins Visier des attraktiven Detectives Dylan Shane geraten lassen. Kann sie das Geheimnis der dunklen Sekte lüften, die scheinbar magische Wesen sammelt? Und werden sowohl Detective Shane als auch ihr bester Freund Clay den Kontakt mit Alana überleben?

Meine Meinung: Von Banshees als übernatürliche Wesen hatte ich bereits gehört. Doch hatte ich bis jetzt nicht die Gelegenheit gehabt über sie zu lesen. Somit kam mir dieser Einzelband sehr gelegen. Einzuordnen ist die Geschichte, wie nicht anders zu erwarten, ins Genre Fantasy gepaart mit einem großen Anteil an Krimi bzw. Thriller. 

Während des Lesens lernt man verschiedenste Feen und Elfen kennen. Diese unterscheiden sich untereinander nochmal ob sie zur guten oder bösen Seite gehören. Hauptprotagonistin ist hier Alana, die, wie auch der Titel verrät, eine Banshee ist. Die jeweiligen Todesuhren über den Köpfen der Menschen haben mir besonders gut gefallen. Sie zeigen an, wie lange der Mensch noch zu leben hat und entsprechend läuft die Lebenszeit ab. Dies ist sowohl ein aufregendes und interessantes Phänomen, als auch ein angsteinflößendes. Jedes Mal wenn Alan einer Lebensuhr begegnet, die kurz vorm ablaufen ist, will sie denjenigen vor dem Tod retten. Sehr nachvollziehbar meiner Meinung nach, aber auch mit einer großen Verantwortung verbunden. Die Rettungsversuche müssen nicht immer positiv ausgehen. Eins ums andere Mal endet es mit dem Tod und der Gedanke sie hätte es verhindern können, mit dem muss sie dann leben. Die Todesuhren waren für mich der interessanteste und spannendste Aspekt im eBook. 

Hinzu kommt natürlich auch noch die Gruppierung, die Blut von übernatürlichen Wesen für ein Ritual nutzen will. Im Buch geht es dann auch hauptsächlich um die Verhinderung dieses Vorhabens. 

Das eBook ließ sich durchgehend flüssig lesen, Mir verging die Lust nicht. Jedoch hat mir der Anfang durchaus besser gefallen als das Ende. Was auch der Grund für die 3,5 Sterne ist. Hätte das Tempo eingehalten werden können, wären dem Buch mindestens 4 Sterne sicher gewesen. Die Handlung war sicherlich nicht schlecht, aber es gibt Luft nach oben. Trotzdem empfehle ich das eBook vor allem denjenigen weiter, die auch mal gerne nach einem Einzelband greifen. 

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen 

Donnerstag, 18. April 2019

Wir wollten doch nur frei sein von Sarbjit Kaur Athwal


Seitenzahl: 401
Verlag: Bastei Lübbe
Kindle eBook erschienen am 18. Juni 2015

Meine Meinung: Auf diesem Blog ist es zwar das erste eBook in diesem Genre, aber ich durfte schon einige Bücher im Bereich der persönlichen Erfahrungen lesen. Alle fand ich unheimlich gut und sie gehören eindeutig zu den prägendsten Geschichten. Auch weil sie nicht lediglich der Fantasy entsprungen sind, sondern wahre Geschichten einfacher den Leser für sich einnehmen können. Doch wie richtig ist es diese Geschichten zu bewerten? Schließlich geht es hier um bittere, dramatische, tragische und teilweise aussichtslose Schicksalsschläge aus dem wahren Leben. Ich persönlich tue mich damit immer etwas schwer, da es nicht reine Fiktion ist. 

Ehrenmorde sind für mich nichts, was ich lediglich in den Nachrichten mal höre. Meine eigene Religion wird dazu benutzt Morde an vielen, tausenden Frauen tagtäglich zu begründen. Ehre oder Schande sind für mich bekannte Begriffe. Auch wird im eBook oft davon geredet nach außen hin den Schein zu wahren. Keine Schande über die Gemeinde zu bringen. Das könnte so absurd klingen. Doch es ist bei weitem nicht so absurd wie es sich anhört. Es gibt zu viele Menschen die nach den Wünschen ihrer Umgebung leben. Somit können auch Straftaten gut kaschiert werden. Legt man sich diesen Lebensstil zurecht, dann ist es vor allem für Männer von Vorteil. 

Sarbjit hat das große Pech in ihrer Familie und ihrer Religion gefangen zu sein. Der Begriff Freiheit war immer ein Fremdwort für sie. Obwohl sie in London aufwuchs wurde ihr die westliche Kultur verboten. Sonnenklar aus welchem Grund. Wenn sie Kontakt zu anderen Menschen außerhalb ihrer eigenen Religion hätte und sehen würde was London ihr bot, würde sie sich nach einem ihr bisher unbekannten Leben sehnen und beginnen zu zweifeln. Man beraubt Sarbjit ihrer nie gekannten Freiheit, um sie dauerhaft manipulieren zu können. 

Das eBook wird von Sarbjit selbst erzähl. Und das wirklich gekonnt. Es gibt keinen einzigen Abschnitt, wo ich sagen hänge das war zu langatmig. Keinesfalls. Von den ersten paar Seiten an wusste ich hier erwartet mich eine weitere erschütternde Geschichte. Mit Sicherheit werde ich mich eins ums andere Mal an Sarbjits Geschichte erinnern. 

Was mich mehr als nur die Geschichte einer Frau mitnimmt, ist das Wissen das tagtäglich Frauen unter Unterdrückung leiden. Gewalt wird in ihren vier Wänden großgeschrieben. Ein scheinbar weiterhin endlos andauerndes Problem. Frauen, deren einzige Aufgabe es ist den Haushalt zu schmeißen und Kinder auf die Welt zu bringen. Das ist in manchen Kulturen gang und gebe. Zur Normalität gehört auch wenn es sich bei den Kindern um Mädchen handelt, das sie schon mal so gut wie nichts wert. da zählt einzig und allein, wie bereits bei ihren Müttern, zu gehorchen. Bringen sie Jungen zur Welt sind sie zumindest aus dem Schneider. Ein für mich so gut gekanntes Thema, dass ich mich tagelang darüber aufregen könnte. Doch was bringt schon ein wenig Ärger, dem ich dem Thema entgegenbringen. Mir wären Möglichkeiten, um genau diese Denkweise zu ändern, viel lieber. Ich wünsche all den unterdrückten Frauen innere Stärke, damit sie sich losreißen können. Sie sollten sich ein Beispiel an Frauen nehmen, die Freiheit genießen und sich aus den Fängen ihrer Kultur befreien. Mir ist bewusst dass auch das einfach nur dahergesagt ist. Aber ich wünsche es für sie vom ganzen Herzen. 

Vielleicht könnte sogar Sarbjits Geschichte ein erster Schritt sein. Je mehr Frauen erreicht werden, desto mehr Mut kann sich entfalten. In diesem Sinne und auch gepaart mit dem Schreibstil, habe ich rein gar nichts an dem eBook auszusetzen. Die fünf Sterne waren bereits nach wenigen Seiten sicher. Auch in Zukunft nehme ich mir vor viel mehr ähnliche Bücher zu lesen. 

Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen 

Freitag, 12. April 2019

Allein mit dem Feind von Alexandra Stefanie Höll


Seitenzahl: 387
Verlag: LYX 
Kindle eBook erschienen am 05. November 2015

Kurzbeschreibung: Wie gut kennst du deinen Feind? Sobald Leonore Danner den Namen Nathan Cole nur hört, sieht sie rot. Denn er ist der Grund, weshalb ihre Großmutter bald ihren geliebten Lebensmittelladen in Miami verkaufen muss. Fest entschlossen, dies abzuwenden, schmuggelt sich Leonore an Bord seiner Luxusyacht. Doch bevor sie die Sache mit ihrem Erzfeind klären kann, geschieht ein Unfall und beide landen im Meer. Mit nichts als ihren Kleidern am Leib, stranden sie auf einer einsamen Bahama-Insel. Von diesem Zeitpunkt an kämpfen sie ums Überleben, denn die Insel hält so manche Überraschung bereit - genau wie Nathan Cole ...

Meine Meinung: Ausgehend von der Kurzbeschreibung hätte ich jetzt nicht unbedingt mit Romantic Thrill gerechnet. Eher dachte ich im ersten Moment an einen Liebesroman. Aber umso besser. Die erste große Überraschung kam mir bereits im ersten Kapitel entgegen. Das kleine Spiel von Nathan und Gabriel hat mich sofort für sich gewinnen können. 

Bei eineiigen Zwillingen ist immer die Rede von einer besonderen Bindung, die fester gestrickt ist, als die Bindung zwischen Geschwistern. In diesem Buch wird auch mal die andere Seite aufgezeigt. Diese Bindung muss nicht bei allen Zwillingen vorhanden sein. Zwillinge waren schon immer besonders für mich. Doch hier durfte ich über zwei Männer lesen, die unterschiedlicher nicht sein können. Nicht nur vom Charakter, sondern auch von ihrer Menschlichkeit. Gabriel beherbergt in seinem Herzen ganz andere Werte als Nathan. Aber zu den Charakterzügen an sich kann und will ich nicht mehr verraten, da das zu viel vorweg nehmen würde. Lieber erfährt jeder beim Lesen selbst was gemeint ist. 

Als Einzelband, dann auch noch Romantic Thrill, war dieses Buch ziemlich gut. Während des Lesens der rund 400 Seiten habe ich mich kein einziges Mal gelangweilt. Die sich stetig wechselnden Erzählperspektiven haben mir sehr gut gefallen. Die Autorin legt sich nicht auf einen Charakter fest. Somit gestaltet sich das Lesen viel abwechslungsreicher. Die Gefühlswelten der Charaktere wurden dem Leser offen dargelegt. 

Es muss ja nicht immer eine Reihe sein, die in diesem Genre gut unterhalten kann. Romantic Thrill ist mir vertraut, aber ein Einzelband kam mir hier zum ersten Mal unter. Einen großen Unterschied macht es im Grunde nicht. Wer dagegen lieber in sich abgeschlossene Romane bevorzugt ist hier dagegen genau richtig. 

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

Dienstag, 26. März 2019

Drowning - Tödliches Element von Rachel Ward

Seitenzahl: 329
Verlag: Chicken House
Taschenbuch erschienen am 22. November 2013

Kurzbeschreibung: Er kommt zu sich. Ein Tropfen trifft sein linkes Auge. Dann schießt Regen aus dem grauen Himmel. Er dreht den Kopf zur Seite, spuckt Schlamm und Kies aus, entdeckt ein Gesicht, wenige Meter entfernt. Haare kleben wie dünne Schlangen auf der Stirn. Aus dem Mundwinkel rinnt Wasser. Bleiche Haut, dreckverschmiert, geschlossene Augen. Es ist sein eigenes Gesicht! Als Carl aufwacht, ist Rob tot. Doch Carl kann sich an nichts erinnern. Nicht, wie sein Bruder ertrunken ist, oder warum sie an dem See waren und auch nicht, weshalb Neisha, die offensichtlich bei ihnen war, Todesangst vor ihm hat. Er weiß nur, dass er herausfinden muss, was passiert ist. Bevor vollendet wird, was an jenem Tag begann.

Meine Meinung: Zu dem regnerischen Wetter draußen hat das Buch wirklich sehr gut gepasst. Die Wetterverhältnisse sind dennoch kein Vergleich zu dem in dieser Geschichte. Thematisiert wird auch wie stark die Natur ist und das sie die Kontrolle übernehmen kann, wenn man nicht stark genug ist. Nachdem Carls Bruder im See ertrunken ist, kann er sich zunächst an nichts erinnern. Nach und nach kehren seine Erinnerungen zurück und mit ihnen erfasst ihn die blanke Angst vor dem Wasser. Nicht nur er selbst, sondern auch der Leser denkt er werde verrückt. Ich habe gehofft, dass Carl sich seiner Angst nicht ergibt und sich selbst verliert. Für ihn wurde es zu einem Kampf. Mit seinen zurückkehrenden Erinnerungen muss er sich Wahrheiten stellen, lernen, dass es nichts bringt einfach abzuhauen. Eigentlich eine recht gute Idee zur Handlung. Was es auch ist, jedoch erschwert sich das Lesen.

Carls Geschichte hätte viel spannender erzählt werden müssen. Von Spannung war beim Lesen weit und breit nichts zu sehen. Die Ich-Perspektive ließ sich zwar flüssig lesen, jedoch baute sich bis zum Ende kein einziges Mal Spannung auf. Auch bei einem Jugendbuch mit Thriller Faktor erwarte ich aber genau das. Wäre das Buch weitere hundert Seiten lang, hätte ich es bestimmt nicht länger ausgehalten. Mir war die Geschichte einfach zu wenig. Dabei war die Thematik gänzlich neu für mich. Hätte die Autorin das Thema besser umgesetzt, dann bin ich mir sicher hätte mich die Handlung auch überzeugen können. Denn auch wenn ich in einer Stadt lebe, in der es bisher zum Glück keine Überschwemmungen gab, würde ich gerne genau deswegen mal darüber lesen wollen. Über die Nachrichten bekommt man viel mit. Aber wie ist es wirklich für die Menschen, die eine solche Naturkatastrophe durchleben.

Oder aber auch der Verlust von Carls Bruder Rob. Carl ist ganz anders als andere Menschen die einen Verwandten verlieren. Geliebten Menschen kann ich hier gar nicht sagen, da kein einziges Mal von Geschwisterliebe die Rede war. Die Geschwister hatten zwar eine enge Bindung zueinander, aber geliebt haben sie sich scheinbar nicht. Sogar dieser Aspekt hätte besser eingebracht werden können. So viel ist anders in diesem Buch, aber nichts erreichte mich wirklich.

Nur vom Titel ausgehend nahm ich zunächst an hierbei handelt es sich um ein Fantasybuch. Damit lag ich völlig daneben. Was auch mit der Kurzbeschreibung klar wird. Dennoch ist der Titel passend gewählt worden. Wasser als eines der vier Elemente kann tödlich sein. Sie kann stärker als der menschliche Körper sein und diese aus dem Leben reißen. Die Natur ist nicht zu unterschätzen, wenn sie beschließt sich gegen den Menschen zu richten.

Dies war das erste Buch der Autorin für mich und ich verspüre nicht den Wunsch mehr von ihr zu lesen. Lieber lasse ich vorerst die Finger von ihren Büchern, da diese anscheinend eher nicht für mich gedacht sind. Wozu mich unnötig quälen. Lediglich die Idee zum Buch ist nach wie vor ziemlich interessant.

Meine Bewertung: 2 von 5 Sternen